"Ich bin Tess" von Lottie Moggach

Ich bin Tess - Lottie

Würdest du dein Leben aufgeben um das eines anderen zu übernehmen?

Leila hat Tess nie zuvor getroffen.
Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst.
Tess hat Leila nie zuvor getroffen.
Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will muss sie Leila ihr Leben anvertrauen.
Zu Beginn ist es leicht für Leila sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel.
Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten?

Okay nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist. Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt ihr sei ein Weg eingefallen wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen?

 

 

Cover:
Das Cover ist total super! Es passt prima zum Inhalt des Buches.

 

Erster Satz:

Es war Freitagabend und das Projekt lief seit ungefähr neun Wochen.

 

Meine Meinung:

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da die meisten Leute unserer Generation ja Facebook oder andere Social Media Nutzer sind. ;)

Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich das Buch finde, deswegen gibt es auch 3 Sterne. Es gefiel mir einerseits recht gut, aber andererseits .. ich weiß nicht. Alles total waaaah. :D

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, jedoch hat die Autorin sehr, sehr viele Details in die Geschichte gepackt, sodass das Buch teilweise seine Längen hatte.

Es beginnt ziemlich vielversprechend, geht weiter mit der Infosammlung - was teilweise doch langweilig wurde, da viele Details so sinnlos und nicht weiter von Belang waren (arg Berichtemäßig halt), geht weiter mit Leilas neuer Obsession und zum Ende hin wird es wieder spannend.

Ich brauchte auch eine kleine Weile bis ich in das Buch reinkam, da es doch etwas verwirrend war. Es beginnt mit einem Gespräch zwischen Tess und Leila. 

Nun kommt direkt schon eine sehr verworrene Sache - ich hatte den Namen Leila gar nicht auf dem Schirm, da er vielleicht 2-3 mal im Buch erwähnt wird. Und das obwohl sie die Hauptprotagonistin ist. :D
Aber eben dadurch hat Frau Moggach es fantastisch geschafft den Übergang zwischen Leila und Tess verschwimmen zu lassen, bis man teilweise meinen konnte, Leila IST Tess.

Das gefiel mir auch wirklich am besten und es hat Spaß gemacht die Verwandlung zu beobachten.

Leila ist eigentlich eine der unscheinbarsten Personen überhaupt - sie hat keine Freunde, keine Familie und sitzt den ganzen Tag am PC.

Tess ist dagegen das komplette Gegenteil - sie hat viele Freunde, ist verrückt und wild und lebt für verrückte Aktionen.

Und hier unterscheiden sich auch schon meine Gefühle für die beiden, ich konnte keine Sympathie zu Leila aufbauen. Sie ist besserwisserisch, verurteilt Leute nach ihren Vorlieben und denkt nur ihre Meinung ist die einzig richtige.

Genauso wie sie sich, meiner Meinung nach, von Adrian - dem Besitzer Leila's Lieblingswebsite, hat einlullen lassen und sich oft seine Denkweise angeeignet hat.

Übrigens fand ich Adrian mega gruselig! Urgh!

Zurück zu Leila, ich fand die oben bereits genannte Obsession (sorry falls es die falsche Wortwahl ist, aber ich möchte nicht spoilern :D) ziemlich anstrengend. Man konnte sich sowieso von Anfang an denken, dass es nicht in ihrem Sinne enden wird.

Zu dem Ausgang des Buches kann ich nur sagen, dass man ihn entweder mag oder nicht, mein Fall war er jedoch nicht, da mir das alles zu offen war. Ich will meine Enden - egal ob schöne oder traurige!!