"All dein Schweigen" von Laura Mercuri

All dein Schweigen - Laura Mercuri, Felix Mayer

Mithilfe der bescheidenen Summe, die ihre Mutter für sie zur Seite gelegt hat, flüchtet sich Emilia in die Berge des Trentino. In einem Dorf abseits der Touristenrouten empfangen sie Wälder und rauschende Gebirgsbäche.

Unbeobachtet zu bleiben ist jedoch nicht so einfach, und schon bald verfolgen sie die Bewohner mit misstrauischen Blicken. Wer ist diese junge Frau? Was verbirgt sich hinter ihren traurigen Augen? Und warum verfolgt Aris, der junge Schreiner im Dorf, sie jeden Abend bis zu ihrem Haus, unsichtbar wie ein Schatten zwischen den Bäumen?

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten findet Emilia Arbeit in der einzigen Buchhandlung am Ort. Nach einigen flüchtigen Begegnungen mit Aris bittet sie ihn, ihr ein kleines Bücherregal zu bauen. Vom ersten Moment an fühlen sich die beiden wie magnetisch zueinander hingezogen: Emilia mit ihrer Liebe zu Büchern, ihrer Fantasie und ihrem Willen zum Neuanfang und Aris mit seinem Schweigen, dem Feingefühl, mit dem er das Holz bearbeitet, und seiner inneren Kraft.

Schon bald erkennen die beiden, dass sie einander ergänzen, dass sie gegensätzlich und doch identisch sind. Aber was, wenn die Schatten der Vergangenheit zum unüberwindlichen Hindernis werden?

 

 

Cover:

Das Cover ist eigentlich ganz süß gestaltet. Mir gefällt das schlichte. Aber ob die Tropfen Tränen oder Regen oder den Bach symbolisieren soll, ist mir nicht so klar.

 

Erster Satz:

Das Wasser ist flüchtig, sagte meine Mutter immer.

 

Meine Meinung:

Ich bin etwas unentschlossen was dieses Buch angeht, ich war und bin mir immer noch nicht sicher, ob 3 Sterne verdient sind oder nicht.

Der Klappentext verrät eigentlich schon den größten Teil, den Rest kann man sich logischerweise denken.

Die Charaktere waren meines Erachtens etwas blass. Man hat zwar vieles über sie und ihre Gefühle erfahren, aber ich konnte sie nicht spüren bzw. es hat mich nicht wirklich erreichen können.

Zum einen hätten wir da Emilia, die eine traurige Vergangenheit hat und deswegen von Zuhause wegläuft und in einem kleinen Dörfchen neu anfangen will - die Idee an sich ist ja nicht so pralle.. jeder weiß, dass man nicht so leicht in ein Dörfchen reinfinden kann, aber na ja. Sie hat es dann doch irgendwann geschafft, wie auch immer.

Zum anderen ist da Aris, der mysteriöse Schreiner, in den alle Mädchen verliebt sind und Emilia auf den ersten Blick ebenfalls. Er ist wunderschön, aber sagt nie was.

Die anderen Charaktere, wie Emma oder Benedetto sind mir zu eindimensional gestaltet, als wären sie Platzhalter, die zwar auch ihre eigenen Geschichtchen haben, aber irgendwie so, als müssten sie Seiten füllen oder um überhaupt etwas Leben in das Buch zu bringen. Aber da sie eh nur Nebencharaktere sind, kann ich darüber hinwegsehen.

Bis zur Hälfte des Buches war ich wirklich begeistert, mir gefiel die Handlung und Gedanken Emilias, aber ab dann wurde es zum Groschenroman. Es passierten dramatische Dinge, die sich genauso schnell wieder von alleine beseitigten. Dann gab es noch ein kleines Hindernis und bums wieder alles ganz toll.

Die Liebe zwischen Emilia und Aris fand ich während dem Aufblühen noch wirklich schön, dann aber total unrealistisch und anstrengend. Vor allem dieses Schweigen.. :D

Ich muss aber zugeben, dass die Autorin einen schönen und leichten Schreibstil hat, der mich gut durch das Buch geleitet hat. 

Und wenn ich mir meinen Text grade so durchlese, denke ich doch, dass 2,5 Sterne doch eher angebracht wäre :D